SO2 Schrank zum Gesundheitsschutz

SO 2 in Atemluft:

Schwefeldioxid-Konzentrationen in Atemluft, die über der maximalen Arbeitsplatz-Konzentration von 2,7 mg/m³ Schwefeldioxid (SO2) in Luft liegen, können beim Menschen zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Benommenheit führen. In höheren Konzentrationen werden Bronchien und Lungen stark geschädigt.

Häufig werden SO2-Flaschen zur Temperierung in Innenräumen aufbewahrt, auch direkt neben Thermoprozessanlagen, manchmal ohne jede Arbeitsschutzmaßnahme. Zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter und um den Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes zu entsprechen, sind SO2-Flaschen jedoch in einer geeigneten Aufbewahrungseinrichtung aufzubewahren. Der Arbeitgeber hat im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz und § 6 GefStoffV zu ermitteln, ob sich durch die Lagerung von Gefahrstoffen Gefährdungen für die Beschäftigten oder andere Personen ergeben können.

Vorschriften:

In Deutschland sind folgende Vorschriften einzuhalten:

  • TRGS 510 Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern
  • TRBS 3145 / TRGS 745 Ortsbewegliche Druckgasbehälter – Füllen, Bereitstellen, innerbetriebliche Beförderung, Entleeren
  • TRBS 3146 / TRGS 726 Ortsfeste Druckanlagen für Gase

 

Das Sicherheitsdatenblatt „Schwefeldioxid – SO2 unter Druck verflüssigt“ sagt aus:

  • H280 – Enthält Gas unter Druck, kann bei Erwärmung explodieren

H314 – Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden

H331 – Giftig bei Einatmen

  • Lagerung getrennt von brennbaren Stoffen

P403 – An einem gut belüfteten Ort aufbewahren

P405 – Unter Verschluss aufbewahren

 

Aufbewahrungseinrichtungen

Geeignete Aufbewahrungseinrichtung ist ein entsprechend ausgelegter SO2 Schrank.

Nicht geeignet ist beispielsweise nebenstehende Einrichtung – eine leider auch in West-Europa gelebte Praxis, unter Inkaufnahme von Gesundheitsschäden bei den Mitarbeitern:

Unzulässige SO2-Flaschen-Aufbewahrung
Unzulässige SO2-Flaschen-Aufbewahrung

 

Ein den Vorschriften entsprechender und somit geeigneter SOSchrank, der auch gleichzeitig eine kontinuierliche Versorgung sicherstellt, kann zum Beispiel so aussehen:

SO2 Schrank von LT GASETECHNIK
SO2 Schrank von LT GASETECHNIK

 

Auslegung

Die typische Auslegung eines geeigneten SOSchranks besteht aus:

  • Sicherheitsgasflaschenschrank für drei SO2 (je 50 l) und eine N2 Flasche (10 l)
    Dabei sind zwei Flaschen SO2 für den Betrieb und die automatische Umschaltung vorgesehen, eine Flasche steht im Schrank zum Vortemperieren. Die N2-Flasche dient der Versorgung der Spüleinrichtung für den sicheren Flaschenwechsel.
  • Ausführung als 30 Minuten feuerhemmender Schrank, da das unter Druck stehende Gas bei Erwärmung explodieren kann und dann schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden verursacht.
  • Der Schrank ist abschließbar, da das Sicherheitsdatenblatt für Schwefeldioxid ebenfalls „P405 – Unter Verschluss aufbewahren“ vorgibt.
  • Standard ist die Verwendung besonders hochwertiger Armaturen in Edelstahl, da SO2 mit Luftfeuchtigkeit zu Schwefelsäure (H2SO4) umgesetzt wird. Das Detailbild zeigt die Ausführung in Edelstahl:
    SO2 Umschalteinrichtung aus Edelstahl
    SO2 Umschalteinrichtung aus Edelstahl

     

  • SO2-Druckregelstation aus Edelstahl mit automatischer Umschaltung, zur unterbrechungsfreien Medienversorgung. Zum Anschluss von zwei SO2-Gasflaschen mit Fremdgas­spülung und Flaschen­anschluss­schlauch (Edelstahlwellschlauch)
  • Automatisches Edelstahl­absperrmagnetventil (NC) zur Absperrung der SO2-Prozessleitung zu der Ver­wendungsstelle bei Not-Aus-Betätigung oder Gas-Alarm
  • Gaswarnsensor
  • Fremdbelüftung auf An­for­derung und bei Ansprache der Gaswarneinrichtung zur Anbindung an ein Lüftungssystem
  • Not-Aus Taster und optisches/akustisches Signal

Darüber hinaus können Gaswarnsensoren in der Nähe der Verwendungsstellen an den Thermoprozessanlagen angebracht werden, die ebenfalls auf die gemeinsame Gaswarnzentrale geschaltet werden. Eine optische/akustische Signalisierung erfolgt sinnvoller Weise in der Nähe jeder Verwendungsstelle.

 

So werden Mitarbeiter sicher vor der Gefahr zu hoher SO2 Konzentration in Atemluft sowie vor Verätzungen bei Unfällen geschützt. Gleichzeitig wird so die unterbrechungsfreie und somit sichere Prozessversorgung gewährleistet.

 

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